Caroline Bosbach: „Preisstabilität beginnt auf unseren Höfen“

27.01.2026
Abgeordnete

Bilanz zur Grünen Woche und zum Mercosur-Abkommen

Die Grüne Woche 2026 ist mit rund 350.000 Besucherinnen und Besuchern zu Ende gegangen, rund 40.000 mehr als im Vorjahr. Für die Bundestagsabgeordnete Caroline Bosbach - ebenso ordentliches Mitglied im Ausschusss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat - haben die Gespräche auf der Messe deutlich gezeigt: „Die Erwartungen an die Politik sind hoch, der Handlungsdruck wächst.“

„Globale Krisen und geopolitische Verwerfungen stellen etwas infrage, das über Jahrzehnte selbstverständlich war: eine dauerhaft gesicherte Versorgung. Die Zukunft unserer Ernährungssicherheit wird jeden Tag auf unseren Höfen entschieden.“ Dabei spiele die Größe des Betriebes keine Rolle, betont Bosbach. Denn jeder einzelne Hof sei für die Daseinsvorsorge von Bedeutung. „Ohne eine starke heimische Landwirtschaft ist unsere Ernährungssicherheit in Zukunft nicht gewährleistet. Gerade deshalb müssen wir unabhängiger werden“, so Bosbach. „Die Bedeutung der heimischen Landwirtschaft hat enorm zugenommen. Sie ist ein zentraler Stabilitätsfaktor, auch für Preisstabilität und Versorgungssicherheit in Deutschland.“

Die Grüne Woche und das große Interesse daran habe erneut sichtbar gemacht, wie zentral Landwirtschaft und Ernährungsindustrie für unser Land seien, erklärt Bosbach. „Jetzt ist die Politik gefordert, unsere Landwirtschaft zu stärken und nicht weiter zu belasten.“ Vor diesem Hintergrund äußert sich Bosbach kritisch zur aktuellen Blockade des Mercosur-Abkommens durch das EU-Parlament. „Der Abbau von Zöllen und Handelshemmnissen stärkt die Wettbewerbsfähigkeit und die strategische Handlungsfähigkeit der Europäischen Union“, sagt sie. „Ein weltweiter Wettlauf um immer höhere Zölle dagegen schadet allen Beteiligten.“ Gerade angesichts der geopolitischen Unsicherheiten biete das Mercosur-Abkommen erhebliche Chancen für die deutsche Exportwirtschaft mit neuen Partnern. „Ich werde mich weiterhin entschieden gegen die Blockadepolitik der Grünen und der politischen Extreme stellen. Das Abstimmungsverhalten von Grünen und AfD im Europaparlament hat den Interessen Deutschlands und Europas erheblich geschadet.“

Ebenso äußert sich Bosbach zur Lage des Bäckerhandwerks. Nach Gesprächen mit Vertretern der Deutschen Innungsbäcker sieht Bosbach dringenden Reformbedarf beim Arbeitszeitgesetz. „Wenn handwerkliche Bäckereien strengen Vorgaben unterliegen, während Backshops, Tankstellen oder Bahnhofsfilialen sonntags unbegrenzt aufbacken und verkaufen dürfen, entsteht eine strukturelle Wettbewerbsverzerrung“, sagt sie. „Das Arbeitszeitgesetz bildet in vielen Teilen nicht mehr die Realität vieler Betriebe ab. Hier braucht es dringend mehr Flexibilität, ohne den Arbeitsschutz infrage zu stellen.“

Bosbach unterstreicht: „Politik muss Gesetze machen, die zur Lebensrealität der Menschen passen, besonders im Handwerk und im Mittelstand. Das ist mit dem derzeitigen Arbeitszeitgesetz nicht der Fall.“

Ihr Fazit zum Abschluss der Grünen Woche fällt eindeutig aus:

„Landwirtschaft, Ernährungsindustrie und Handwerk haben ihre Leistungsfähigkeit eindrucksvoll gezeigt. Diese Stärke darf nicht durch falsche Regulierung oder politische Blockaden verspielt werden.“