Caroline Bosbach MdB: „Eine sichere Rente gibt es nicht zum Nulltarif“

23.06.2026
Abgeordnete

Zur Vorlage der Empfehlungen der Alterssicherungskommission erklärt die Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende des Parlamentskreis Mittelstand Caroline Bosbach:

„Die Kommission hat nicht 33 Einzelmaßnahmen vorgelegt, sondern ein Gesamtkonzept für eine verlässliche und generationengerechte Rente. Die Reform unseres Rentensystems ist seit Jahren überfällig. Trotzdem wurde die Debatte oft so geführt, als ließe sich das bestehende System dauerhaft ohne größere Veränderungen fortschreiben. Das ist die eigentliche Selbsttäuschung der deutschen Rentenpolitik.

Es liegt nun ein Konzept auf dem Tisch, das sich den Herausforderungen stellt. Wer die Vorschläge grundsätzlich begrüßt, kann nicht gleichzeitig damit beginnen, ihre zentralen Reformelemente gleich wieder infrage zu stellen.
Besonders richtig ist der Einstieg in eine kapitalgedeckte Altersvorsorge nach schwedischem Vorbild. Deutschland hat sich über Jahrzehnte fast ausschließlich auf das Umlageverfahren verlassen, während andere Länder ihre Bürger längst stärker am Kapitalmarkt beteiligen. Die Vorschläge der Kommission gehen hier in die richtige Richtung. Nach den Berechnungen der Kommission könnte ein heute 22-jähriger Arbeitnehmer durch die Kapitalrente später rund 770 Euro zusätzliche Monatsrente erhalten. Das zeigt, welches Potenzial in einer stärkeren Kapitaldeckung steckt. Aus meiner Sicht sollte Deutschland deshalb den Mut haben, die Chancen des Kapitalmarktes künftig noch stärker für die Altersvorsorge zu nutzen.

Nicht jeder Vorschlag wird unumstritten sein. Das gilt insbesondere auch dort, wo Menschen länger arbeiten sollen. Deshalb ist es richtig, dass die Kommission die Realität vieler Beschäftigter anerkennt. Wer sein Leben lang körperlich hart gearbeitet hat, braucht auch künftig Schutz und Ausnahmen.

Die eigentliche Frage lautet nicht, ob Reformen bequem sind. Die eigentliche Frage lautet, ob wir bereit sind, die Rente auch für die nächste Generation zu sichern. Denn die Rechnung darf nicht bei unseren Kindern landen.
Die Kommission hat dafür eine Grundlage geschaffen. Jetzt muss die Politik zeigen, dass sie den Mut hat, daraus auch die notwendigen Konsequenzen zu ziehen.“