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Paul Lücke (1914–1976) war ein bedeutender CDU-Politiker aus dem Bergischen Land, der insbesondere als langjähriger Bundestagsabgeordneter des Rheinisch-Bergischen Kreises sowie als Bundesminister hervortrat. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte er zu den Mitbegründern der CDU und engagierte sich früh im politischen und gesellschaftlichen Wiederaufbau der Region.
Seine politische Karriere auf Bundesebene begann 1949, als er für die CDU im neu geschaffenen Wahlkreis Rheinisch-Bergischer Kreis kandidierte. Mit 48,7 % der Stimmen gewann er direkt das Mandat und zog als einer der jüngsten Abgeordneten in den ersten Deutschen Bundestag ein. Dieses Direktmandat konnte er bei allen folgenden Bundestagswahlen bis 1972 verteidigen – Lücke war damit über mehr als zwei Jahrzehnte ununterbrochen direkt gewählter Vertreter der Region im Bundestag.
Im Parlament profilierte sich Lücke insbesondere in der Wohnungs- und Wiederaufbaupolitik der Nachkriegszeit. Als Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Wiederaufbau und Wohnungswesen (1950–1957) setzte er zentrale wohnungspolitische Reformen durch, darunter das Wohnungseigentumsgesetz sowie die Einführung der Wohnungsbauprämie. Seine enge Verbindung zum Rheinisch-Bergischen Kreis blieb dabei stets prägend: Er verstand sich als direkt legitimierter Wahlkreisabgeordneter mit starkem regionalem Bezug.
Aufgrund seiner fachlichen Expertise wurde Lücke 1957 zum Bundesminister für Wohnungsbau berufen und später (1965–1969) Bundesminister des Innern. Parallel dazu war er auch innerhalb der CDU einflussreich und fungierte von 1966 bis 1969 als stellvertretender Bundesvorsitzender.
Paul Lücke gilt bis heute als prägende politische Persönlichkeit des Rheinisch-Bergischen Kreises. Er war der erste – und bislang einzige – Bundesminister aus der Region und steht exemplarisch für den erfolgreichen Übergang vom kommunalen Wiederaufbaupolitiker zum bundespolitischen Entscheidungsträger.
Auch einige seiner Kinder waren in der CDU aktiv, darunter seine Tochter Maria Theresia Opladen, die neun Jahr eim Landtag NRW saß, bevor sie erste hauptamtliche Bürgermeisterin von Bergisch Gladbach wurde.

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