Foto: Manfred Esser
Mit einem breiten politischen Konsens hat der Kreistag des Rheinisch-Bergischen Kreises am 11. Juni 2026 wichtige Weichen für die Zukunft der kommunalen Familie gestellt. Auf Initiative der Koalition aus CDU und SPD wurde der Start eines umfassenden interkommunalen Strategieprozesses beschlossen. Ein gemeinsam mit Bündnis 90/Die Grünen eingebrachter Änderungs- und Ergänzungsantrag fand dabei ebenfalls Berücksichtigung.
Der Rheinisch-Bergische Kreis und seine Kommunen stehen vor großen Herausforderungen: steigende Sozialausgaben, Fachkräftemangel, zunehmende gesetzliche Anforderungen sowie erhebliche Investitionsbedarfe. Gleichzeitig erwarten Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen leistungsfähige Verwaltungen, schnelle Verfahren und moderne digitale Dienstleistungen.
Vor diesem Hintergrund setzt die Kreiskoalition auf mehr Zusammenarbeit, gemeinsame Strategien und die konsequente Nutzung von Synergien. Ziel ist es, die kommunale Handlungsfähigkeit langfristig zu sichern und die Leistungsfähigkeit von Kreis und Kommunen gemeinsam weiterzuentwickeln.
Verwaltung modernisieren - Kräfte bündeln
Ein Schwerpunkt des Beschlusses liegt auf der Vertiefung der interkommunalen Zusammenarbeit bei Verwaltungsprozessen. Dabei sollen insbesondere Doppelstrukturen identifiziert, Verwaltungsabläufe vereinfacht und gemeinsame digitale Lösungen entwickelt werden. Die Digitalisierung wird ausdrücklich als Zukunftsinvestition verstanden.
Geplant sind unter anderem gemeinsame digitale Plattformen für Verwaltungsleistungen, interoperable IT-Strukturen, die stärkere Nutzung von Künstlicher Intelligenz zur Unterstützung von Verwaltungsabläufen sowie die Entwicklung gemeinsamer Service- und Kompetenzzentren. Ergänzend wurden auf Vorschlag von CDU, SPD und Grünen weitere Digitalisierungsziele aufgenommen, darunter die konsequente Nutzung von Onlinezugangsgesetz-Dienstleistungen (OZG), die stärkere Anbindung an Landesportale und die Orientierung am sogenannten „Once-Only-Prinzip“, bei dem Bürgerinnen und Bürger Daten möglichst nur einmal angeben müssen.
Gemeinsame Perspektive für die kommenden zehn Jahre
Neben der Modernisierung der Verwaltung soll eine gemeinsame Dekadenstrategie entwickelt werden. Diese soll die strategischen Entwicklungsziele von Kreis und Kommunen bis Mitte 2027 definieren und Prioritäten für die kommenden Jahre festlegen.
Dabei sollen zentrale Zukunftsthemen gemeinsam betrachtet werden: von Bildung und Mobilität über Bevölkerungsschutz und Familienfreundlichkeit bis hin zur Wirtschaftsförderung, Klimaanpassung und dem Ausbau kommunaler Infrastruktur. Der Strategieprozess wird dabei ausdrücklich partnerschaftlich und freiwillig angelegt. Kreis und Kommunen sollen auf Augenhöhe zusammenarbeiten und dort kooperieren, wo gemeinsame Lösungen einen Mehrwert schaffen.
Verantwortung für kommende Generationen
Mit dem Beschluss setzt die Koalition den bereits 2024 begonnenen Transformations- und Konsolidierungsprozess konsequent fort. CDU und SPD verfolgen damit das Ziel, die kommunale Selbstverwaltung zu stärken, die Investitions- und Innovationsfähigkeit der öffentlichen Hand zu sichern und die Lebensqualität im Rheinisch-Bergischen Kreis langfristig zu erhalten.
Der interkommunale Strategieprozess ist dabei kein Selbstzweck. Er soll dazu beitragen, auch in Zeiten knapper werdender Ressourcen leistungsfähige Strukturen für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen zu sichern und den Rheinisch-Bergischen Kreis als attraktiven Lebens-, Wirtschafts- und Arbeitsstandort zukunftsfest aufzustellen.

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