Foto: Manfred Esser
Die Frauen Union Rheinisch-Bergischer-Kreis spricht sich nachdrücklich für den Schutz von Kindern im digitalen Raum aus und äußert schwere Bedenken zum Beschluss des Europäischen Parlaments zur sogenannten Chatkontrolle.
„Als Frauen Union stehen wir uneingeschränkt für den Schutz von Kindern – online wie offline. Aber dieser Beschluss schafft neue Schutzlücken, die Kinder gefährden da bestehende Instrumente zur Erkennung von Missbrauchsinhalten wegfallen“, erklärt die Vorsitzende Vera Rilke Haerst: “Die Frauen Union Rheinisch Bergischer Kreis erkennt diese Bedenken ausdrücklich an. Grundrechte und Datenschutz sind hohe Güter, die wir schützen müssen. Dennoch darf dies nicht dazu führen, dass Kinder im digitalen Raum weniger geschützt werden.“
Zur Dimension des Problems:
- In der EU wurden im Jahr 2023 lt. EU Parlament mehr als 20,5 Millionen Verdachtsmeldungen zu online verbreitetem sexuellem Missbrauchsmaterial registriert. Die Zahl dieser Meldungen stieg drastisch an, insbesondere im Bereich KI generierter Inhalte.
- EU weit berichteten im ersten Halbjahr 2024 Hotlines über 366.287 eindeutige Meldungen zu Material, das sexuellen Missbrauch von Kindern darstellt.
- Weltweit wurden im Jahr 2024 über 2,4 Millionen URLs mit kinderpornografischem Material identifiziert, ein Anstieg um mehr als 200 % gegenüber dem Vorjahr.
- In Deutschland allein wurden mehr als 18.000 Minderjährige im Jahr 2024 Opfer sexuellen Missbrauchs, viele Fälle betrafen auch Online Delikte.
- Studien zeigen, dass rund jedes fünfte Kind in Europa bereits sexuelle Gewalt erlebt hat, offline wie online.
Diese Zahlen zeigen, wie stark sich die Bedrohung für Kinder im digitalen Raum weiter ausdehnt. Der bisherige Ansatz, wonach Online Plattformen freiwillig Chats auf Missbrauchshinweise prüfen konnten, trug dazu bei, viele dieser Inhalte zu entdecken und zu melden.
Kritik am EU Beschluss
Das Europäische Parlament stimmte am 26. März 2026 gegen die Verlängerung der bestehenden freiwilligen Regelung zur Chat Überprüfung, die am 3. April 2026 ausläuft. Dies wird von der Frauen Union als Rückschritt im Kampf gegen Kindesmissbrauch im Netz bewertet.
„Wenn Plattformen nicht mehr proaktiv auf Hinweise achten dürfen, verlieren Er-mittlungsbehörden ein wichtiges Werkzeug. Gerade bei verstörenden Inhalten, die Kinder nicht selbst melden können, ist dies dramatisch“, so die Vorsitzende weiter.
Forderungen der Frauen Union Rheinisch-Bergischer Kreis:
- Rechtsstaatlich abgesicherte, effektive Mechanismen, die es erlauben, Missbrauchsmaterial frühzeitig zu erkennen und zu melden – ohne unkon-trollierte Massenüberwachung
- Pflicht zur Meldung bestimmter Inhalte durch digitale Dienste, gekoppelt mit klaren Datenschutz und Kontrollstandards.
- Mehr Prävention, Aufklärung und technische Unterstützung, um Kinder zu schützen und Täter schneller zu identifizieren.
„Der Schutz unserer Kinder darf nicht durch Datenschutz verwässert werden. Wir brauchen konkrete, wirksame Maßnahmen, die Kinder dort erreichen, wo sie am meisten gefährdet sind“, so die Vorsitzende Rilke Haerst abschließend.

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